Fuerteventura

Geographie und Politisches

Fuerteventura ist eine der Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean, ca. 100 Kilometer westlich der marokkanischen Küste. Die Insel hat eine Fläche von etwa 1700 Quadratkilometern und rund 85.000 Einwohner (Stand 2005).

Die Hauptstadt Fuerteventuras ist Puerto del Rosario (24.000 Einwohner), die Landessprache ist Spanisch. Fuerteventura legt zusammen mit der nördlich gelegenen Insel Lanzarote die östliche Grenze der Kanaren fest und ist, nach Teneriffa, die zweitgrößte Insel des Archipels.

Fuerteventura bildet zusammen mit Lanzarote und Gran Canaria die spanische Provinz Las Palmas. Die Kanaren gehören zum Hoheitsgebiet Spaniens, genießen aber einen Sonderstatus als autonome Gemeinschaft mit eigenem Parlament und Präsidenten.

Klima

Das Klima Fuerteventuras ist aufgrund seiner Nähe zum nördlichen Wendekreis zwischen dem 27. und 29. Breitengrad das ganze Jahr über sehr angenehm (ihre geographische Lage brachte den kanarischen Inseln den Beinamen "Inseln des ewigen Frühlings" ein). Das Meer gleicht die Temperaturen tags- wie nachtsüber aus und die Passatwinde halten die heißen Luftmassen aus der nahen Sahara fern.

Nur selten bringen Sandstürme deshalb die sehr heiße Luft und Wüstensand vom afrikanischen Kontinent hinüber. Klimabestimmend ist auch die Wolkenbildung der Passatwinde sowie die Richtung (Nordostpassat), aus der die Passatwinde wehen. Die Tagestemperaturen bewegen sich das ganze Jahr über zwischen 20°C und 30°C. Der Norden Fuerteventuras ist deshalb meist kühler und feuchter als der trockene und warme Süden.

Tourismus

Die eigentliche Attraktion Fuerteventuras sind die weiten Strände entlang der Ostküste. Die konstanten Winde machen die Strände der Insel zu einem Paradies für Wassersportler. Wellenreiter kommen besonders an der Westküste auf ihre Kosten, Windsurfer sind besonders im Süden am Playa de Sotavento oder im Norden bei Corralejo gut aufgehoben. Am Playa de Sotavento hat sich in den letzten Jahren auch das Kite-Surfen etabliert. Teilweise ist der Strand hier in Abschnitte eingeteilt, die entweder nur für Windsurfer oder nur für Kitesurfer reserviert sind.

Der Westen der Insel besteht zu einem großen Teil aus sehenswerter Steilküste. Vom Baden sollte dort jedoch wegen der lebensgefährlichen, ablandigen Strömungen unbedingt abgesehen werden.

Interessanterweise ist es an den Stränden Fuerteventuras noch nie zu einem Haiangriff gekommen. Diese Tatsache ist auf eine kalte, anomale atlantische Meeresströmung zurückzuführen, die die Kanarischen Inseln in Richtung Brasilien passiert.

Noch dazu gibt es nirgendwo auf der gesamten Insel gefährliche Landtiere; lediglich beim Rifftauchen lauern Fische, deren Biss leicht toxische Wirkungen hervorrufen kann.

Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte es nicht versäumen, die sehenswerten Bergzüge der Insel zu durchfahren. Diese raue und kahle Landschaft vulkanischen Ursprungs besitzt ihren ganz eigenen Charme: Wen es ohnehin mehr ins Landesinnere zieht, begegnet dort einer Landschaft, die mit ihren grünen Oasen und versprengten Dörfern (mit sakraler und profaner Architektur aus dem 17. und 18. Jahrhundert) auf die Nähe Afrikas verweist.

Anfang des Jahres 1994 lief der amerikanische Luxusliner SS American Star vor dem entlegenen Strand Playa de Garcey an der Westküste auf Grund und brach kurze Zeit später auseinander. Vom Versuch, das vielbesuchte Wrack schwimmend zu erreichen, wird jedoch unbedingt abgeraten, da unberechenbare Strömungen, herumliegende Wrackteile und heftige Wellen dies zu einer mitunter lebensgefährlichen Unternehmung machen.